Die verborgene Stadt erzählt von Anna und Jan, die durch eine besondere Erfahrung erkennen, dass Zukunft kein Zufall ist, sondern gestaltet werden kann. Im Zentrum steht die Vision einer Welt, die auf Gemeinwohl, Verantwortung und Bewusstsein basiert.

Die verborgene Stadt

Als die Familie Tett kurz vor Weihnachten von Zürich ins Walliser Bergdorf Guttet zieht, ahnen sie nicht, dass in ihrem neuen Daheim eine andere Wirklichkeit verborgen liegt.

Wie jedes Jahr tragen sie sich zu Weihnachten selbstverfasste Geschichten vor. Doch diesmal überrascht Jan seine Familie: Er präsentiert keine selbst geschriebene Geschichte, sondern ein unsichtbares Spiel – Guttopia. Ein Spiel, das nach Mostar führt, in den Moment des Brückeneinsturzes, und zeigt, wie Konflikte anders hätten gelöst werden können.

Am nächsten Tag finden Anna und Jan auf dem Dachboden ein magisches Buch: Die Insel Utopia von Thomas Morus. Ein Strom aus Licht und Wind ergreift sie und führt sie auf eine schwebende Plattform zwischen Himmel und Erde, wo sie Rathmira und Rathmus begegnen – den Hütern der verborgenen Stadt Crypopolis.

Unter der Plattform, liegt Crypopolis. Erst als die Hüter erkennen, dass Anna und Jan den Gedanken des Gemeinwohls längst – wenn auch unbewusst – in sich tragen, öffnet sich ihnen der Zugang zur verborgenen Stadt. Dort erleben sie eine Welt ohne Geld – eine Gesellschaft, in der jeder mit seinen Talenten zum Funktionieren des Ganzen beiträgt. Auch Anna und Jan müssen einen Eignungstest bestehen und erfahren dadurch, wo ihre eigenen Gaben liegen.

Schließlich erhalten sie einen Auftrag, der weit über Crypopolis hinausweist: In ihrer Zeit sollen sie einen Park der Utopien planen und erschaffen. Bevor sie dazu fähig sind, müssen sie das Fundament eines Systems verstehen lernen, das ihnen scheinbar die Voraussetzung bietet, um überhaupt bestehen zu können.

Ihre Reise geht weiter. In Athen begegnen sie Platon, später im Tower of London Thomas Morus in seinen letzten Stunden. Da begreifen sie: Der Traum von einer gerechteren, menschlicheren Welt ist so alt wie die Menschheit selbst — ein Funke, der durch die Jahrhunderte getragen wird. Zugleich erfahren sie, wie gefährdet dieser Traum ist, weil die laute Welt alles daran setzt, ihn zu ersticken.

Schließlich stehen sie wieder auf der schwebenden Plattform, dem Ort zwischen Himmel und Erde, wo Rathmira und Rathmus ihnen eine alte Wahrheit offenbaren: Dass jede Mauer der Lüge zerbricht — und dass in der Wahrheit ein Weg zu einer besseren Welt beginnt.

Dieser ungewollte Besuch hat ihnen die Unbeschwertheit der Jugend genommen. Sie wissen nun, dass ihr Auftrag — einen experimentellen, inspirierenden Ort zu schaffen, an dem Utopien Menschen beflügeln — unweigerlich auf die großen Denkblockaden ihrer Zeit treffen wird.